Auf diese Frage bekommt man meistens „kommt darauf an" zu hören. Stimmt auch — aber man kann trotzdem sagen, worauf. Hier ist meine Kalkulation offen aufgeschrieben, mit Beispielen.

Woraus sich der Preis zusammensetzt

Ein Frästeil kostet nicht „pro Meter Kontur". Es kostet Zeit, und die fällt an vier Stellen an:

1 · Datenaufbereitung

Zeichnung prüfen oder erstellen, Werkzeugwege programmieren. Bei einer sauberen DXF ist das ein kurzer Posten, bei einer Handskizze der größte Teil der Vorbereitung. Er fällt einmal an — bei einer Wiederholung des gleichen Teils entfällt er fast komplett.

2 · Rüsten

Platte auflegen, spannen, Nullpunkt setzen, Werkzeug wechseln. Auch dieser Posten ist pro Auftrag fix — deshalb kostet ein Teil fast so viel wie fünf, und deshalb lohnt es sich, mehrere Teile in einer Anfrage zu bündeln.

3 · Maschinenzeit

Die eigentliche Bearbeitung. Sie hängt an der Konturlänge, der Materialstärke (mehr Stärke heißt mehr Durchgänge), an Taschen und Gravuren und daran, wie klein die Werkzeuge sein müssen. Eine ausgeräumte Fläche dauert ein Vielfaches einer Kontur derselben Größe.

4 · Material

Verrechnet wird die verbrauchte Plattenfläche, nicht nur das Teil — der Verschnitt rundherum lässt sich nicht wegzaubern. Wer eine Rest­stückverwertung akzeptiert oder Material selbst beistellt, spart hier.

CNC-Bearbeitung einer HDF-Platte in Nahansicht während des Fräsvorgangs
Posten 3 in echt: Maschinenzeit. Je mehr Fläche ausgeräumt wird und je dünner das Werkzeug, desto länger läuft die Spindel.
Mein Stundensatz

70 €/h

Für Programmierung, Rüsten und Maschinenzeit, zuzüglich Material. Ich schreib das hier hin, weil du es sonst dreimal anfragen musst, um es zu erfahren.

Drei durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1 · FrässchabloneSchablone aus 18 mm Multiplex, 1 Stück
Datenaufbereitung aus vorhandener DXF0,5 h Rüsten0,25 h Maschinenzeit3,5 h Material60 € Endpreis357,5 €
Beispiel 2 · FrontplatteFrontplatte mit Ausschnitten aus MDF, 1 Stück
Zeichnung nach Skizze erstellt0,5 h Rüsten0,25 h Maschinenzeit0,27 h Material15 € Endpreis86,40 €
Beispiel 3 · KleinserieDasselbe Teil, 10 Stück
Datenaufbereitung (fällt einmal an)0,5 h Rüsten (fällt einmal an)0,25 h Maschinenzeit gesamt2,7 h Material100 € Preis pro Stück341,50 € gesamt34,15 €
Fertig gefräste Auszuglade mit Arbeitsfläche aus Birke-Multiplex als Beispiel für eine CNC-Kleinserie
Ein Auftrag wie Beispiel 3: mehrere gleiche Teile in einer Aufspannung — die Vorbereitung fällt nur einmal an.

Der Vergleich von Beispiel 2 und 3 zeigt den einzigen wirklich großen Hebel: die Fixkosten verteilen sich auf die Stückzahl. Der Sprung von einem auf zehn Teile kostet nie das Zehnfache.

Wie du günstiger wegkommst

  • Saubere Datei schicken. Geschlossene Konturen, keine Doppellinien, Maßstab angegeben — das spart direkt Vorbereitungszeit.
  • Teile bündeln. Alles, was du in den nächsten Wochen brauchst, in eine Anfrage. Ein Rüstvorgang statt drei.
  • Radien zulassen. Wer auf spitze Innenecken verzichtet, spart Nacharbeit.
  • Standardstärken und Standardmaterial. Sonderstärken sind teuer und liefern langsam.
  • Toleranzen nur dort verlangen, wo sie zählen. „Überall genau" ist der teuerste Satz in jeder Anfrage.

Was ich nicht mache

Kein Metall, keine 5-Achs-Bearbeitung, kein Lackieren oder Oberflächenfinish. Ich fräse Holzwerkstoffe und Kunststoffe ab Losgröße 1, bis 2500 × 1250 mm. Genau da winken die großen Betriebe ab, und genau deshalb bin ich dafür der richtige Ansprechpartner.

Schick mir Datei oder Skizze, Material, Stärke und Stückzahl — du bekommst einen konkreten Preis, keine Preisspanne.

Angebot einholen!

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