Die häufigste Rückfrage bei einer neuen Anfrage ist nicht der Preis, sondern das Format. Hier steht, was ich brauche, was ich damit anfangen kann und was du dir sparen kannst.

Vorweg das Wichtigste: eine saubere Handskizze mit Maßen ist mir lieber als eine schlechte CAD-Datei. Ich bin Entwicklungstechniker, das Zeichnen ist Teil meiner Arbeit — aus einer Skizze eine Fertigungsdatei zu machen ist bei mir kein Sonderfall, sondern der Normalfall. Alles Weitere hier ist die Abkürzung, nicht die Bedingung.

Die Formate, kurz erklärt

.dxf Am liebsten für 2D

Der Standard fürs Plattenfräsen. Konturen, Bohrungen, Taschenumrisse — alles, was flach ist, geht damit direkt in mein CAM. Wenn du eine Wahl hast, schick DXF.

.step / .stp Am liebsten für 3D

Sobald ein Teil Stufen, unterschiedliche Tiefen oder eine 3D-Fläche hat, ist STEP das richtige Format. Es ist neutral, jedes CAD kann es exportieren, und ich kann daraus Maße ableiten statt sie zu erraten.

.dwg

Geht auch. Wird bei mir aber sowieso zu DXF, also spar dir den Zwischenschritt, wenn du beides exportieren kannst.

.svg / .ai / .eps

Der typische Weg aus Illustrator, Inkscape oder Affinity. Für Schriftzüge, Logos und Schilder völlig in Ordnung. Zwei Bedingungen: Text muss in Pfade umgewandelt sein, und du musst mir eine Referenzlänge nennen — SVG hat keine verlässliche Einheit, ein Millimeter im Grafikprogramm ist nicht automatisch ein Millimeter in der Werkstatt.

.pdf

Zwei Sorten PDF: Vektor-PDF aus einem CAD- oder Grafikprogramm kann ich verwenden. Ein eingescanntes oder abfotografiertes PDF ist ein Bild — das ist dann eine Zeichnung zum Anschauen, keine Datei zum Fräsen. Als bemaßte Zeichnung ist ein PDF neben der DXF trotzdem Gold wert, weil ich daran sehe, welche Maße dir wichtig sind.

.jpg · .png · Handyfoto

Nicht fräsbar, aber als Vorlage brauchbar. Ich zeichne die Kontur nach — das kostet Zeit und die steht dann im Angebot. Bei einfachen Umrissen ist das ein überschaubarer Posten, bei einem detailreichen Logo nicht.

.stl

Kommt aus der 3D-Druck-Welt und beschreibt die Oberfläche als Dreiecksnetz. Zum Fräsen von 2D-Konturen ist es das falsche Format, weil eine gerade Kante darin nicht mehr gerade, sondern in Facetten zerlegt ist. Wenn du STEP hast, nimm STEP.

STEP-Datei eines Bauteils nach der Aufbereitung für die CNC-Fräse
Dieselbe STEP-Datei, aufbereitet zum Fräsen: Flächen geprüft, Konturen geschlossen, Bearbeitungstiefen zugeordnet.

Die fünf Fehler, die ich am häufigsten sehe

  1. Offene Konturen. Was aussieht wie ein geschlossenes Rechteck, sind oft vier einzelne Linien mit winzigen Lücken an den Ecken. Das CAM kann daraus keinen Werkzeugweg bilden. In den meisten CAD-Programmen gibt es dafür eine Funktion wie „Verbinden" oder „Polylinie schließen".
  2. Doppelte Linien. Zwei identische Konturen übereinander — meist durch Kopieren entstanden. Ergebnis wäre, dass jede Kante zweimal gefräst wird. Ich finde das, es kostet nur Zeit.
  3. Text als Text. Wenn die Schrift nicht in Pfade umgewandelt ist, hängt das Ergebnis davon ab, welche Schriftart auf meinem Rechner installiert ist. Vorher umwandeln, dann bleibt es exakt so, wie du es entworfen hast.
  4. Maßstab unklar. Millimeter, Zentimeter, Zoll. Schreib in die Mail einfach ein Maß dazu: „Außenkante 400 mm lang". Damit ist die Frage erledigt.
  5. Scharfe Innenecken. Der Fräser ist rund, eine Innenecke wird also nie spitz. Das ist kein Dateifehler, sondern eine Konstruktionsentscheidung — dazu gibt es einen eigenen Artikel.
Simulation der Werkzeugwege einer CNC-Fräse in der CAM-Software
Aus der geprüften Geometrie werden im CAM die Werkzeugwege — jede Bahn wird simuliert, bevor die Maschine anläuft.

Was ich neben der Datei noch wissen muss

Eine Geometrie allein ist kein Auftrag. Mit diesen fünf Angaben kann ich in einem Durchgang kalkulieren, ohne dreimal nachzufragen:

  • Material und Plattenstärke — oder die Frage an mich, was passt. Beides ist okay.
  • Stückzahl. Auch wenn es eins ist. Ab Losgröße 1 ist bei mir ausdrücklich normal.
  • Welche Seite ist die Sichtseite und wie genau muss es sein. „Sichtbare Front" und „Vorrichtung, die nur funktionieren muss" sind zwei verschiedene Aufträge.
  • Wunschtermin. Damit ich sagen kann, ob das realistisch ist.
  • Abholung oder Versand. Bei großen Platten macht das preislich mehr aus als das Fräsen.
Und wenn du gar keine Datei hast?

Dann fangen wir bei der Skizze an. Ich mache aus einer Handzeichnung eine Fertigungsdatei und schick dir vorher eine Zeichnung zum Freigeben, damit wir beide dasselbe Teil im Kopf haben. Genau deshalb landen Tischler, Werbetechniker und Maker bei mir statt beim Plattenzuschnitt-Portal.

Skizze schicken und Angebot einholen!

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