Die meisten Rückfragen zu einer Anfrage betreffen nicht die Datei, sondern die Geometrie. Wer diese zehn Punkte beim Zeichnen mitdenkt, bekommt ein günstigeres Angebot und ein Teil, das auf Anhieb passt.
Ich fräse auf einer 3-Achs-Portalfräse. Das heißt: das Werkzeug kommt immer von oben. Hinterschnitte, seitliche Bohrungen ohne Umspannen und alles, was eine schwenkende Spindel bräuchte, gehen nicht — 5-Achs mache ich nicht. Für flache Teile aus Plattenware ist das keine Einschränkung, für ein organisch geformtes Bauteil schon. Alles Folgende bezieht sich auf diesen Rahmen.
Innenecken bekommen einen Radius
Der Fräser ist rund, also bleibt in jeder Innenecke ein Radius von mindestens dem halben Werkzeugdurchmesser stehen. Du hast drei Möglichkeiten: den Radius in der Zeichnung zulassen (am günstigsten), ein Mauseohr oder einen Freistich vorsehen, damit ein eingesetztes Teil trotzdem in die Ecke geht, oder die Ecke nachträglich mit dem Stemmeisen ausräumen. Sag mir, was dir lieber ist — wenn nichts dabeisteht, zeichne ich den kleinsten sinnvollen Radius ein und schick dir die Zeichnung.
Stege nicht zu dünn zeichnen
Ein schmaler Steg zwischen zwei Ausschnitten fängt beim Fräsen an zu schwingen. Das Ergebnis sind Rattermarken, im schlechten Fall bricht er weg. Als Daumenregel funktioniert bei Plattenware Stegbreite mindestens Materialstärke, bei MDF und HDF lieber mehr, weil die Faser dort in der Breite kaum Festigkeit hat. Wenn es konstruktiv nicht anders geht, geht es oft trotzdem — nur langsamer und damit teurer.
Kleine Innenausschnitte brauchen einen kleinen Fräser
Ein 6-mm-Loch lässt sich nicht mit einem 8-mm-Fräser herstellen. Je kleiner das Werkzeug, desto geringer die Zustellung pro Durchgang und desto länger die Bearbeitung — ein Detail mit 1 mm Innenradius kann eine Kontur um ein Mehrfaches verteuern. Prüf beim Zeichnen, ob du wirklich jedes Detail so klein brauchst.
Steckverbindungen brauchen Spiel und Radien
Zapfen und Tasche werden beide mit rundem Werkzeug gefräst, also treffen zwei Radien aufeinander. Entweder du rundest den Zapfen entsprechend ab, oder du machst die Tasche in den Ecken größer. Und plane etwas Spiel ein: Holzwerkstoffe arbeiten mit der Luftfeuchtigkeit, eine Verbindung, die trocken auf Null passt, sitzt im Sommer fest.
Ein Teil muss bis zum letzten Schnitt gehalten werden
Sobald die Außenkontur durchgefräst ist, ist das Teil lose — und ein loses Teil im laufenden Fräser ist der klassische Weg zu Ausriss und Bruch. Deshalb bleiben kleine Haltestege stehen, die nachher weggeschnitten und verschliffen werden, oder es bleibt eine dünne Restschicht. Beides bedeutet: an diesen Stellen ist die Kante nicht perfekt. Sag mir, wenn eine bestimmte Kante die Sichtkante ist, dann lege ich die Stege woanders hin.
Die Aufspannung mitdenken
Das Werkstück muss irgendwo festgehalten werden. Wenn dein Teil die Platte bis auf den letzten Zentimeter ausnutzt, bleibt kein Platz für die Spannmittel. Etwas Rand rundherum kostet fast nichts und macht die Bearbeitung sicherer und schneller.
Nur von einer Seite, wenn es geht
Jedes Wenden bedeutet neu aufspannen, neu ausrichten und eine zusätzliche Toleranz zwischen Vorder- und Rückseite. Wenn eine Tasche auf der Rückseite nicht funktional notwendig ist, lass sie weg oder leg sie auf die andere Seite. Bei zwei Bearbeitungsseiten kannst du mit ungefähr der doppelten Rüstzeit rechnen.
Ausrisse sind Materialsache, nicht Maschinensache
Furnierte und beschichtete Platten reißen an der Austrittsseite gern aus, Massivholz je nach Faserrichtung. Dagegen hilft Strategie — Vorschub, Fräsrichtung, Vorschnitt — aber es gibt keine Garantie auf eine hundertprozentig makellose Kante bei jedem Material. Wenn die Sichtkante entscheidend ist, sag es dazu, dann wähle ich die Bearbeitung entsprechend und wir reden vorher über das Material.
Toleranzen nur dort, wo sie gebraucht werden
„Alles möglichst genau" ist die teuerste Angabe in jeder Zeichnung. Meist ist genau ein Maß kritisch — der Lochabstand, die Passung, die Anschlagkante. Markier das, und der Rest darf normal tolerant sein. Das macht das Teil billiger, ohne dass es schlechter funktioniert.
Bohrungen in Standardmaßen zeichnen
Bohrungen werden bei mir in der Regel gefräst, nicht gebohrt — damit ist der Durchmesser frei wählbar. Trotzdem lohnt es sich, bei den üblichen Maßen zu bleiben, wenn Beschläge, Schrauben oder Einschlagmuttern hineinkommen. Und gib an, ob eine Bohrung durchgehend oder als Sackloch ausgeführt werden soll, samt Tiefe — das ist die häufigste Unklarheit in sonst sauberen Zeichnungen.
Damit du nicht umsonst anfragst: kein Metall, keine 5-Achs-Bearbeitung und kein Lackieren oder Oberflächenfinish. Ich fräse Holzwerkstoffe und Kunststoffe, ab Stückzahl eins, bis zu einem Plattenmaß von 2500 × 1250 mm. Was danach mit dem Teil passiert, machst du oder dein Lackierer.
Unsicher, ob dein Teil so fräsbar ist? Schick die Skizze oder die Datei — ich schau drauf und sag dir, was ich ändern würde, bevor irgendwer etwas bezahlt.
Teil prüfen lassen






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Welche Datei brauche ich zum CNC-Fräsen? DXF, STEP, SVG
Massivholz, Multiplex, MDF, HDF oder Siebdruck: welches Material?