Ratgeber PlanfräsenRechner

Wie lange dauert das Planfräsen einer Tischplatte?

Bevor die erste Platte auf der Vorrichtung liegt, stellt sich fast jeder dieselbe Frage: Wie viele Bahnen sind das, wie lange dauert es, und wohin mit den ganzen Spänen? Mit dem Rechner unten probierst du es an deiner eigenen Platte aus.

Kurz gesagt

  • Die Fräszeit hängt vor allem an der Zahl der Bahnen und Durchgänge, also an Fräser-Ø, Überlappung, Abtrag und Zustellung.
  • Eine Esstischplatte mit 200 × 90 cm braucht mit den Startwerten im Rechner rund 48 Minuten reine Fräszeit pro Seite.
  • Doppelt so schnell schieben spart nur rund ein Viertel der Zeit, weil Rückfahrt und Versetzen bei jeder Bahn dazukommen.
  • Bei 200 × 90 cm und 6 mm Abtrag fallen pro Seite über 40 Liter lose Späne an. Die Absaugung muss das mitmachen.

Fräszeit-Rechner

Zum Ausprobieren
Annahmen anpassen

Fahrweg je Bahn: Plattenbreite plus Fräser-Ø plus 10 cm zum An- und Auslaufen. Lose Späne: Faustwert 4 × Holzvolumen.

gefräste Bahn, dunkler = Überlappung Fräse gestrichelt = Rückfahrt ohne Schnitt
–reine Fräszeit
Bahnen je Durchgang–
Durchgänge–
Fahrweg gesamt–
Fräsen Rückfahrt Versetzen
Späne, lose: –

Fräszeit je nach Planfräser-Ø

So rechnet der Rechner

Beim Planfräsen fährt die Oberfräse quer über die Breite der Platte. Nach jeder Bahn fährst du ohne Schnitt zurück, versetzt die Fräse in Längsrichtung und setzt neu an. Die Rückfahrt nutzt du nicht als zweiten Schnitt, damit jede Bahn im Gegenlauf entsteht. Warum das wichtig ist, steht im Beitrag Planfräsvorrichtung richtig bedienen.

Daraus ergibt sich die Rechnung:

Versatz = Fräser-Ø × (1 − Überlappung)
Bahnen = (Plattenlänge − Fräser-Ø) ÷ Versatz + 1 aufgerundet
Durchgänge = Abtrag ÷ Zustellung aufgerundet
Fahrweg = Plattenbreite + Fräser-Ø + 10 cm An- und Auslauf
Zeit je Bahn = Fahrweg ÷ Vorschub + Fahrweg ÷ Rückfahrt + Versetzen

Das Ergebnis ist die reine Fräszeit. Aufbau, Ausrichten der Platte, Messen, Wenden und das Drehen der Wendeplatten kommen dazu. Plane dafür lieber großzügig.

Was die Fräszeit wirklich treibt

Ausgangspunkt ist die Esstischplatte aus dem Rechner: 200 × 90 cm, 50-mm-Planfräser, 20 % Überlappung, 6 mm Abtrag in zwei Durchgängen, 4 m/min Vorschub. Für Rückfahrt und Versetzen rechnet der Rechner mit 8 m/min und 5 s je Bahn. Das ergibt rund 48 Minuten pro Seite. So verändern drei Stellschrauben das Ergebnis:

+65 %

Kleinerer Fräser

Mit 30 statt 50 mm werden aus 50 Bahnen 84. Die Zeit steigt von 48 auf 79 Minuten.

−50 %

Weniger Abtrag

Nur 3 statt 6 mm Abtrag spart einen ganzen Durchgang. Aus 48 werden 24 Minuten.

−28 %

Doppelter Vorschub

8 statt 4 m/min klingt nach halber Zeit. Es werden aber nur 35 statt 48 Minuten, weil Rückfahrt und Versetzen gleich bleiben.

Der größte Hebel ist also die Zahl der Bahnen und Durchgänge, das Tempo kommt erst danach. Ein breiterer Planfräser hilft aber nur, wenn die Oberfräse genug Leistung hat. Mehr dazu in Welcher Planfräser für Holzplatten? und Welche Oberfräse eignet sich zum Planfräsen?

Späne: womit du rechnen musst

Jeder Millimeter Abtrag wird zu Spänen. Bei 200 × 90 cm und 6 mm sind das knapp 11 Liter Holz. Locker im Sauger nehmen die Späne ungefähr das Vierfache ein, also über 40 Liter pro Seite. Fräst du beide Seiten, sind es rund 85 Liter.

Ein normaler Werkstattsauger hat meist 20 bis 45 Liter Behälter. Er ist also mitten in der Arbeit voll, und der feine Staub setzt vorher schon den Filter zu. Die Saugleistung sinkt, die Späne bleiben auf der Platte liegen, und die Fräse arbeitet sie ein zweites Mal durch.

Abhilfe schafft ein Zyklonabscheider zwischen Fräse und Sauger. Er holt die Späne aus dem Luftstrom, bevor sie den Sauger erreichen. Der Filter bleibt länger frei, und du leerst den Behälter des Abscheiders statt ständig den Sauger. Genau dafür habe ich den Wirbelwerk entwickelt.

So sparst du Zeit beim Planfräsen

  1. Verzug vorher messen. Leg eine Richtlatte über die Platte und miss die größte Abweichung. So weißt du, wie viel wirklich runter muss, und fräst nicht auf Verdacht.
  2. Erst den höchsten Punkt. Der erste Durchgang nimmt nur die höchsten Stellen weg. Danach siehst du, wo noch Material fehlt.
  3. Fräser passend zur Oberfräse. Der größte Durchmesser, den deine Fräse ruhig antreibt, spart die meisten Bahnen.
  4. Überlappung knapp halten. Die Bahnen sollen sich sicher überlappen, damit keine Stege stehen bleiben. Mehr als nötig kostet aber spürbar Zeit.
  5. Zügig zurück, ruhig nach vorn. Die Rückfahrt ohne Schnitt darf schnell gehen. Beim Fräsen zählt ein gleichmäßiger Vorschub ohne Stopp im Material.
  6. Scharfe Schneiden. Stumpfe Wendeplatten zwingen zu langsamerem Vorschub und machen mehr Hitze. Dreh sie rechtzeitig.

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Häufige Fragen

Wie lange dauert es, eine Esstischplatte plan zu fräsen?

Bei 200 × 90 cm, 50-mm-Planfräser und 6 mm Abtrag rund 48 Minuten reine Fräszeit pro Seite, für beide Seiten also gut eineinhalb Stunden. Aufbau, Messen und Wenden kommen dazu.

Wie schnell kann man beim Planfräsen vorschieben?

Als Richtwert meist zwischen 2,5 und 7 m/min. Wie schnell es geht, hängt von Fräser, Zustellung, Holzart und Oberfräse ab. Wird die Fräse hörbar langsamer oder das Fräsbild rau, nimm Tempo raus.

Wie stark sollen sich die Bahnen überlappen?

So viel, dass sicher keine Stege zwischen den Bahnen stehen bleiben. Im Rechner sind 20 % des Fräser-Ø voreingestellt. Mit 35 % dauert dieselbe Platte rund ein Fünftel länger.

Wie viele Späne entstehen beim Planfräsen?

Länge × Breite × Abtrag ergibt das Holzvolumen. Locker im Behälter nehmen die Späne etwa das Vierfache ein. Bei 200 × 90 cm und 6 mm sind das über 40 Liter pro Seite.

Lohnt sich ein größerer Planfräser?

Für die Zeit ja: Mit 50 statt 30 mm sinkt die Fräszeit im Beispiel um fast 40 %. Voraussetzung ist eine Oberfräse mit genug Leistung und 12-mm-Spannzange sowie eine steife Führung.