Ratgeber AbsaugungGrundlagen

Wie funktioniert ein Zyklon­abscheider?

Ein Zyklon holt Späne und Staub aus der Luft, ganz ohne Filter, nur mit Fliehkraft. In der Schnittzeichnung unten siehst du, wie die Luft im Zyklon kreist und wohin die Späne fliegen. Tippe auf die Teile und schalte zwischen groben Spänen und feinem Staub um.

Kurz gesagt

  • Ein Zyklon bringt die angesaugte Luft zum Kreisen. Die Fliehkraft schleudert Späne und Staub an die Wand, von dort rutschen sie nach unten in den Behälter.
  • Die gereinigte Luft kehrt unten im Konus um und steigt in der Mitte durch das Tauchrohr zum Sauger.
  • Bei 20 m/s auf einer Kreisbahn mit 8 cm Radius wirkt rund das 510-Fache der Erdbeschleunigung.
  • Späne und Sägemehl fängt ein Zyklon praktisch vollständig, feinen Staub nur teilweise. Den Rest muss der Filter des Saugers halten.
  • Weil der Großteil der Masse im Behälter landet, bleibt der Filter länger frei und die Saugleistung länger hoch.
  • Kleinere Zyklone trennen bei gleichem Tempo feiner. Darauf baut der Wirbelwerk mit zwei Stufen: Im Fass landen Späne und grober Staub, danach holen vier kleinere Zyklone im Kopf den Feinstaub.

Der Zyklon im Schnitt

Zum Antippen

Partikelgröße

Meist zwischen 0,1 und 1 mm. Fliegt schnell an die Wand und landet praktisch vollständig im Behälter.

Schnitt durch einen Zyklonabscheider Die staubige Luft strömt links seitlich in den Zylinder und kreist an der Wand spiralförmig nach unten durch den Konus. Späne und Staub werden an die Wand geschleudert und fallen unten in den Behälter. Die gereinigte Luft kehrt im Konus um und steigt in der Mitte durch das Tauchrohr nach oben zum Sauger. Einlass Tauchrohr Zylinder Konus Behälter
staubige Luftgereinigte LuftSpäne und Staub

Schematischer Schnitt durch einen allgemeinen Zyklon, nicht maßstäblich. Partikel stark vergrößert. Wie viele Körner zum Sauger durchrutschen, folgt dem Beispielmodell weiter unten bei 20 m/s.

Teile des Zyklons

Tippe auf ein Teil

Die staubige Luft kreist an der Wand nach unten, die gereinigte Luft steigt in der Mitte zum Sauger. Tippe auf ein Teil der Zeichnung oder auf einen Knopf, dann siehst du, was es macht.

So funktioniert ein Zyklon

Ein Zyklon bringt die Luft zum Kreisen, damit die Fliehkraft Späne und Staub an die Wand schleudert, von wo sie in den Behälter fallen.

Schritt für Schritt passiert dabei Folgendes:

  1. Einströmen. Der Sauger zieht Luft durch den Schlauch. Am Zyklon strömt sie seitlich ein, und zwar tangential, also an der Wand entlang.
  2. Kreisen. Die runde Wand zwingt die Luft auf eine Kreisbahn. Sie dreht mehrere Runden und windet sich dabei spiralförmig nach unten.
  3. Fliehkraft. Holz ist mehrere hundert Mal so dicht wie Luft. Späne und Staubkörner können der engen Kurve deshalb nicht folgen und fliegen nach außen an die Wand.
  4. Abwärts. An der Wand bremsen die Körner ab und rutschen mit der Strömung spiralförmig durch den Konus nach unten. Unten fallen sie durch die Öffnung in den Behälter.
  5. Umkehren. Unten im Konus kehrt die Luft um. Sie steigt als enger Wirbel in der Mitte nach oben und verlässt den Zyklon durch das Tauchrohr Richtung Sauger.

Wie stark die Fliehkraft ist, zeigt eine kleine Rechnung. Auf einer Kreisbahn wirkt eine Beschleunigung nach außen, die mit dem Quadrat der Geschwindigkeit wächst:

a= v2r
= 20 m/s20,08 m = 5000 m/s2
Vielfaches von g= 5000 m/s29,81 m/s2 ≈ 510
a
Beschleunigung nach außen
v
Geschwindigkeit auf der Kreisbahn
r
Radius der Kreisbahn
g
Erdbeschleunigung, 9,81 m/s²
Geschwindigkeit20 m/s
Radius8 cm
Beschleunigung5000 m/s²
Vielfaches von g≈ 510

Ein Sägemehlkorn wird in dieser Kurve also mit rund dem 510-Fachen seines eigenen Gewichts an die Wand gedrückt. Im engen Konus ist der Radius kleiner. Bei gleicher Geschwindigkeit wird die Beschleunigung dort sogar noch größer.

Aufgeschnittenes Fass mit dem Zyklonkopf des Wirbelwerk. Eine orange Spirale zeigt die staubige Luft außen, eine blaue Linie die gereinigte Luft in der Mitte.
Luftweg im Wirbelwerk: Orange ist die staubige Luft, die an der Wand nach unten kreist. Blau ist die gereinigte Luft, die in der Mitte zum Sauger steigt.

Welche Korngrößen ein Zyklon fängt

Die Fliehkraft wirkt auf jedes Korn. Wie schnell ein Korn dabei zur Wand wandert, hängt aber stark von seiner Größe ab: Die Wandergeschwindigkeit wächst mit dem Quadrat des Durchmessers. Ein zehnmal kleineres Korn ist hundertmal langsamer.

Im Beispiel oben wandert ein Staubkorn mit 10 µm rund 1 m/s zur Wand. Ein Korn mit 1 µm schafft nur rund 1 cm/s. In der guten Zehntelsekunde, die die Luft im Beispielzyklon aus dem Diagramm unten für ihre Runden braucht, kommt es gerade gut einen Millimeter weit. Es bleibt in der Luft und geht mit zum Sauger.

Abscheidegrad nach Korngröße

Beispielzyklon, vereinfachtes Modell
20 m/s
Linie: Anteil der Körner, der im Behälter landet, über der Korngröße von 1 bis 1000 µm auf logarithmischer Achse. Darunter die typischen Größenbereiche von Feinstaub, Schleifstaub, Sägemehl und Fräsespänen.
Trenn­korngröße d50–
Abscheidegrad bei 2,5 µm–
Druckverlust gegenüber 20 m/s–

Tippe oder fahr mit der Maus über das Diagramm, dann siehst du den Wert für jede Korngröße. Luftmenge durch den Einlass bei dieser Geschwindigkeit: –.

Werte als Tabelle
KorngrößeAnteil im Behälter

Annahmen für den Beispielzyklon: Einlass 3 × 6 cm, Zylinder Ø 16 cm, Zylinder und Konus je 20 cm hoch, daraus 5 wirksame Umdrehungen. Korndichte 700 kg/m³ (etwa Buchenholz), Luft bei 20 °C. Modell nach Lapple. Das sind keine Messwerte des Wirbelwerk. Die Größenbereiche unten sind grobe Richtwerte aus Siebanalysen.

Die Kurve zeigt für jede Korngröße, welcher Anteil im Behälter landet. Wo sie 50 % kreuzt, liegt die Trennkorngröße d50. Was deutlich größer ist, landet fast vollständig im Behälter. Darunter fällt die Kurve schnell ab. Schiebst du den Regler nach rechts, kreist die Luft schneller, und die Kurve rutscht nach links: Der Zyklon trennt feiner.

Gerechnet wird mit dem einfachen Modell nach Lapple:

d50= 9 × μ × W2π × N × v × ρp
η(d)= 11 + d50d2
N= Zylinderhöhe + Konushöhe2Einlasshöhe
d50
Trennkorngröße: Körner dieser Größe landen zur Hälfte im Behälter
η(d)
Anteil der Körner mit Größe d, der im Behälter landet
μ
Zähigkeit der Luft
W
Einlassbreite
N
wirksame Umdrehungen
v
Einlassgeschwindigkeit
ρp
Dichte der Körner
d
Korngröße

Mit den Werten des Beispielzyklons bei 20 m/s: μ = 1,81 · 10−5 Pa·s, W = 0,03 m, N = (0,20 + 0,10) ÷ 0,06 = 5 und ρp = 700 kg/m³. Das ergibt:

Trennkorn d503,3 µm
bei 1 µm8 %
bei 10 µm90 %
bei 100 µm99,9 %

Das Modell ist eine starke Vereinfachung. Echte Zyklone weichen davon ab, je nach Bauform, Dichtheit und Füllstand, gerade beim Feinstaub. Luft, die auf kurzem Weg zum Tauchrohr strömt, Verwirbelungen und Staub, der im Behälter wieder mitgerissen wird, verschlechtern die Abscheidung. Für Späne und Sägemehl ändert das wenig, die liegen weit rechts auf der Kurve.

Die Größenbereiche unter dem Diagramm stammen aus Siebanalysen von Holzspänen: Beim Planfräsen ist meist der größte Teil der Späne größer als 2 mm. Wie fein sie ausfallen, hängt von Vorschub, Zustellung und Fräser ab. Sägemehl liegt überwiegend zwischen 0,125 und 1 mm. Schleifstaub mit Körnung 120 liegt großteils zwischen 25 und 250 µm, dazu kommt ein Anteil feinerer Staub.

Warum der Filter länger frei bleibt

Ohne Vorabscheider landet alles im Sauger: grobe Späne im Behälter oder Beutel, feiner Staub im Filter. Der Staub bildet auf dem Filter eine Schicht, durch die sich die Luft zwängen muss. Je dicker sie wird, desto größer der Widerstand. Die Luftmenge sinkt, und am Werkzeug kommt weniger Sog an.

Mit einem Zyklon davor landet der Großteil der Masse in dessen Behälter. Am Filter kommt nur noch ein kleiner Rest an feinem Staub an. Der Filter setzt sich deshalb viel langsamer zu, die Saugleistung bleibt länger hoch, und Beutel oder Behälter des Saugers sind viel seltener voll.

Ganz sauber bleibt der Filter trotzdem nicht. Gerade der feine Staub, der durchkommt, setzt die Poren zu. Abreinigen und Filterpflege bleiben also nötig, nur seltener.

So arbeitet der Wirbelwerk: zwei Stufen

Der Wirbelwerk ist ein Zyklon-Vorabscheider mit Konus und zwei Stufen. Er nutzt die Fliehkraft wie oben beschrieben, nur zweimal hintereinander. Stufe 1 im Fass holt Späne und groben Staub. Stufe 2 im Kopf holt mit vier kleineren, konischen Zyklonen den Feinstaub, der im Fass noch mitfliegt.

Der Wirbelwerk: blaues Fass auf einer Bodenplatte mit Rollen, seitlich der Einlass, oben der weiße Zyklonkopf mit dem Anschluss zum Sauger
Der Wirbelwerk rundum: unten das blaue Fass mit dem seitlichen Einlass, oben der weiße Zyklonkopf mit dem Anschluss zum Sauger. Größe ca. 40 × 40 × 70 cm. Mit Finger oder Maus waagrecht ziehen dreht ihn, mit Fokus gehen auch die Pfeiltasten.

Der Weg der Luft

Seitlicher Einlass am durchsichtig gezeigten Fass des Wirbelwerk. Eine orange Spirale zeigt, wie die Luft an der Fasswand zu kreisen beginnt.

Einlass

1Die Luft strömt seitlich ein

Der Schlauch vom Werkzeug steckt seitlich am Fass. Die staubige Luft strömt tangential ein, also an der Fasswand entlang, und beginnt sofort zu kreisen.

Blick schräg von oben in das durchsichtig gezeigte Fass: Die orange Luftspirale kreist um den Zyklonkopf, am Boden liegen Späne.

Stufe 1 · Fass

2Die Luft kreist im Fass

Im Fass dreht die Luft ihre Runden an der Wand. Späne und grober Staub fliegen nach außen, bremsen an der Wand ab und fallen nach unten.

Das durchsichtig gezeigte Fass von der Seite: Oben kreist die Luft, unten auf dem Fassboden haben sich Späne gesammelt.

Stufe 1 · Fass

3Die Späne bleiben im Fass

Unten im Fass sammeln sich Späne und grober Staub. Die Luft zieht mit dem feinen Rest weiter nach oben in den Kopf.

Der weiße Zyklonkopf des Wirbelwerk von oben, aufgesetzt auf das blaue Fass.

Stufe 2 · Kopf

4Vier kleine Zyklone holen den Feinstaub

Im Kopf teilt sich die Luft auf vier konische Zyklone auf. Sie sind viel kleiner als das Fass und trennen deshalb feiner. Den Feinstaub sammeln sie in einer gemeinsamen Staubkammer.

Der Zyklonkopf von oben, ein Ring markiert den Auslass zum Sauger.

Auslass · Schleifmodus

5Weiter zum Sauger

Oben am Kopf geht die vorgereinigte Luft durch einen Schlauch mit 50 mm Innendurchmesser zum Sauger. Im Schleifmodus schließt ein Plättchen auf der Einlegeplatte im Auslass 2 der 4 Zyklone, die Luft dreht dann schneller und holt mehr feinen Schleifstaub heraus.

1 / 5

Warum die zweite Stufe kleinere Zyklone hat

Das Fass ist ein großer Zyklon. Für Späne und groben Staub reicht das, die fliegen schon bei wenig Fliehkraft an die Wand. Beim Feinstaub kommt es auf die Größe des Zyklons an.

Halbierst du den Durchmesser, kreist die Luft auf dem halben Radius. Nach a = v2 ÷ r ist die Fliehbeschleunigung bei gleichem Tempo dann doppelt so groß. Jede Runde dauert zwar nur halb so lang, aber auch der Weg bis zur Wand ist nur halb so weit. Im Modell nach Lapple steckt das in der Einlassbreite W: Die Trennkorngröße wächst mit der Wurzel aus W.

d50 kleind50 groß= WkleinWgroß = 12 ≈ 0,71

Gleiche Form, halber Durchmesser, gleiche Einlassgeschwindigkeit. Dann bleibt die Zahl der Umdrehungen N gleich, nur W halbiert sich. Allgemeine Modellrechnung, keine Maße des Wirbelwerk.

Beim halb so großen Zyklon sinkt die Trennkorngröße im Modell also um rund 30 %. Bei gleichem Tempo schluckt er aber nur ein Viertel der Luft, weil sein Einlass nur ein Viertel so groß ist. Deshalb teilen sich in der zweiten Stufe mehrere kleine Zyklone die Luft. Im Wirbelwerk sind es vier, mit einer gemeinsamen Staubkammer.

Dasselbe steckt im Schleifmodus. Schließt das Plättchen 2 der 4 Zyklone, verteilt sich die Luft auf die beiden offenen und strömt dort schneller ein. In der Formel für d50 steht v unter dem Bruchstrich: mehr Tempo, kleinere Trennkorngröße. Im Diagramm oben siehst du das, wenn du den Regler nach rechts schiebst. Der Preis ist mehr Druckverlust in dieser Stufe.

Auch zwei Stufen fangen nicht jedes Staubkorn. Was die kleinen Zyklone nicht erwischen, geht weiter zum Sauger. Den feinsten Staub hält erst dessen Filter, und wie viel davon in die Werkstattluft kommt, bestimmt die Staubklasse des Saugers. Der Wirbelwerk hält den Filter länger frei. Ersetzen kann er ihn nicht.

Was ein Zyklon nicht kann

Ein Zyklon ist ein Vorabscheider. Er nimmt dem Sauger die Masse ab, aber er filtert nicht. Wie viel Feinstaub am Ende in der Werkstattluft landet, entscheidet der Filter im Sauger.

Deshalb bleibt die Staubklasse des Saugers entscheidend. Sie gibt an, wie viel Staub durch das Gerät hindurch darf: bei Klasse L weniger als 1 %, bei M weniger als 0,1 % und bei H weniger als 0,005 %. Für Holzstaub wird mindestens Klasse M empfohlen. Mehr dazu im Beitrag „Staubklassen L, M und H erklärt“.

Holzstaub schadet der Gesundheit, und Staub von Hartholz wie Buche und Eiche gilt als krebserzeugend. Ein Zyklon ändert daran nichts. Nutze einen Sauger mit passender Staubklasse und trag bei staubigen Arbeiten wie dem Schleifen eine Atemschutzmaske, mindestens FFP2, bei Buche und Eiche besser FFP3.

Kostet ein Zyklon Saugleistung?

Ja, ein wenig. Die Luft muss im Zyklon kreisen, umkehren und durch das Tauchrohr. Das kostet Druck, und dieser Druckverlust fehlt am Werkzeug. Er wächst ungefähr mit dem Quadrat der Einlassgeschwindigkeit: Doppelt so schnell heißt etwa viermal so viel Verlust.

Darin steckt ein Zielkonflikt. Mehr Tempo trennt feiner, kostet aber mehr Druck. Im Diagramm oben siehst du beides: Schieb den Regler auf 30 m/s, dann sinkt die Trennkorngröße, und der Druckverlust steigt auf 225 % des Werts bei 20 m/s.

Im Alltag zählt vor allem, wie sich die Saugleistung über die Zeit verhält. Ohne Zyklon ist der Sauger mit frischem Filter am stärksten und lässt dann nach, je voller der Filter wird. Mit Zyklon startest du etwas niedriger und bleibst dafür lange auf diesem Niveau. Undichte Stellen kosten zusätzlich: Jede Falschluft fehlt am Werkzeug und stört den Wirbel.

Worauf es beim Bau ankommt

  1. Dichte Verbindungen. Jede Ritze zieht Falschluft. Besonders heikel ist der Behälter: Strömt dort Luft hinein, wirbelt sie den abgeschiedenen Staub auf und bläst ihn durch den Konus nach oben, direkt zum Sauger.
  2. Stabiler Behälter. Der Behälter steht unter demselben Unterdruck wie der Zyklon. Gute Werkstattsauger schaffen bei verschlossenem Schlauch um die 250 mbar. Dünnwandige Eimer und Tonnen können da einknicken.
  3. Rechtzeitig leeren. Leere den Behälter, bevor der Staub in die Nähe der Konusöffnung kommt. Sonst greift der Wirbel in den Staub, reißt ihn wieder mit, und er landet doch im Sauger.
  4. Schläuche kurz halten. Jeder Meter Schlauch kostet Druck. Mehr Luft am Zyklon heißt mehr Tempo und damit eine bessere Abscheidung.

Wie viel Kraft der Unterdruck auf einen Deckel bringt, überrascht viele:

Unterdruck250 mbar
Deckel-Ø30 cm
Fläche707 cm²
Kraft≈ 1770 N

Das entspricht dem Gewicht von rund 180 kg, verteilt auf den ganzen Deckel. Behälter und Deckel müssen das aushalten, ohne sich zu verziehen, sonst werden auch die Dichtungen undicht.

Späne ins Fass statt in den Saugerbeutel

Der Wirbelwerk ist ein zweistufiger Zyklon-Vorabscheider für deinen Werkstattsauger. Er sitzt zwischen Werkzeug und Sauger und holt Späne und Staub aus der Luft, bevor sie den Filter erreichen: Stufe 1 im Fass die Späne und den groben Staub, Stufe 2 im Kopf den Feinstaub in vier konischen Zyklonen. So bleibt dein Sauger länger frei und kräftig.

Er sitzt auf gängigen Werkzeugkoffer-Systemen, und für gängige Sauger gibt es Adapter. Für feinen Schleifstaub hat er einen eigenen Schleifmodus. Abscheidrate in meinem Test: über 99,6 % [Testbedingungen ergänzen: Material, Werkzeug].

Wirbelwerk ansehen
Der Wirbelwerk: blaues Fass auf einem Rollbrett, oben der Zyklonkopf, seitlich der Einlass

Häufige Fragen

Braucht man mit einem Zyklon noch einen Filter?

Ja, unbedingt. Der Zyklon fängt den Großteil der Masse, also Späne, Sägemehl und den gröberen Schleifstaub. Feinen Staub fängt er nur teilweise. Den Rest muss der Filter im Sauger halten, und dessen Staubklasse entscheidet, wie viel Feinstaub in die Werkstattluft kommt.

Verliert der Sauger durch einen Zyklon Saugleistung?

Etwas, weil die Luft im Zyklon kreisen und umkehren muss. Dieser Druckverlust ist der Preis für die Abscheidung. Dafür setzt sich der Filter viel langsamer zu, und die Saugleistung bleibt über die Arbeit gleichmäßiger. Ohne Zyklon ist der Sauger mit frischem Filter am stärksten und lässt dann nach.

Warum fällt der Staub nicht wieder nach oben?

Die Fliehkraft hält die Körner an der Wand, und die Strömung an der Wand führt nach unten. Unten fallen sie in den Behälter, wo die Luft viel ruhiger ist. Die Luft selbst kehrt schon im Konus um und steigt in der Mitte auf. Kritisch wird es erst, wenn der Behälter zu voll ist oder Falschluft in den Behälter zieht. Dann reißt die Strömung den Staub wieder mit.

Wie oft muss ich den Behälter leeren?

Spätestens bevor der Staub in die Nähe der Konusöffnung kommt. Wie schnell das geht, hängt vom Abtrag ab. Beim Planfräsen einer Esstischplatte mit 200 × 90 cm fallen bei 6 mm Abtrag schon auf einer Seite über 40 Liter lose Späne an (Faustwert: lose Späne ≈ 4 × Holzvolumen). Wie viel es bei dir ist, rechnest du im Späne-Rechner aus.

Funktioniert ein Zyklon auch mit einem kleinen Werkstattsauger?

Ja. Ein Zyklon braucht keinen eigenen Antrieb, nur Luft, die schnell genug einströmt. Ein schwächerer Sauger bringt weniger Luft, sie kreist langsamer, und die Trennkorngröße steigt etwas. Späne und Sägemehl landen trotzdem im Behälter. Halte die Schläuche kurz und alle Verbindungen dicht, dann bleibt mehr Luft für Zyklon und Werkzeug.

Wozu dient das Tauchrohr im Zyklon?

Es ist der Ausgang zum Sauger. Weil es von oben bis unter den Einlass in den Zylinder ragt, strömt die frische, staubige Luft nicht auf kurzem Weg hinaus. Sie muss erst ihre Runden drehen. Die gereinigte Luft steigt im inneren Wirbel durch das Tauchrohr nach oben.

Weitere Ratgeber