Ohne Vorabscheider
Beutel und Filter im Sauger
Feiner Staub: Der ganze Staub geht auf Beutel und Filter.
Passt, wenn du selten und wenig Späne saugst.
Eimer mit Deckel, Aufsatz mit Trennscheibe oder Zyklon mit Konus: Von außen sehen Vorabscheider ähnlich aus, innen arbeiten sie ganz verschieden. Hier siehst du die Bauarten nebeneinander, mit Skizze zum Antippen und ehrlicher Bewertung. Danach findest du mit vier Fragen heraus, welche zu deiner Werkstatt passt.
Beutel und Filter im Sauger
Feiner Staub: Der ganze Staub geht auf Beutel und Filter.
Passt, wenn du selten und wenig Späne saugst.
Deckel auf Eimer oder Tonne, Luft wird umgelenkt
Feiner Staub: Sägemehl teilweise, Schleifstaub kaum. Die Luft wird nur kurz langsamer, leichte Teilchen ziehen mit.
Passt für gelegentliches Sägen und Bohren und als schneller Eigenbau.
Aufsatz mit Scheibe und Schlitz, Luft kreist flach
Feiner Staub: Die kreisende Luft holt mehr heraus als eine einfache Umlenkung. Feiner Schleifstaub geht zum Teil durch.
Passt für viele Späne und als Eigenbau mit etwas Aufwand.
Luft kreist im Konus, Fliehkraft trennt
Feiner Staub: Im engen Konus kreist die Luft am schnellsten und schleudert auch feinere Teilchen an die Wand. Den allerfeinsten Staub schafft auch der Zyklon nicht ganz.
Passt für Fräsen, Planfräsen und Schleifen, wenn auch feiner Staub raus soll.
Zyklon mit Konus, zwei Stufen
Feiner Staub: Stufe 2 im Kopf holt Feinstaub in vier konischen Zyklonen. Im Schleifmodus schließt ein Plättchen zwei davon, die Luft dreht schneller und holt mehr Schleifstaub heraus. Den feinsten Rest hält der Filter im Sauger.
Passt, wenn grobe Späne und feiner Staub raus sollen, in der Werkstatt und unterwegs.Punkte: unsere eigene Einschätzung als Hersteller.
Die Punkte sind eine Einschätzung der Bauarten im Vergleich zueinander, keine Messwerte. Sie gelten für typische, ordentlich gebaute Ausführungen. Größe, Verarbeitung, Sauger und Schlauch machen im Einzelfall viel aus. Die Skizzen der vier Bauarten sind schematisch und im gleichen Maßstab gezeichnet, mit demselben Behälter. Beim Wirbelwerk zeigt das Bild das Gerät von außen. Die Punkte für den Wirbelwerk sind unsere eigene Einschätzung als Hersteller.
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Die Punkte für den Wirbelwerk sind unsere eigene Einschätzung als Hersteller.
Ein Werkstattsauger fängt Späne und Staub in einem Beutel oder direkt im Behälter. Die Luft geht danach durch den Filter. Solange du wenig saugst, ist das kein Problem. Bei viel Material zeigen sich drei Schwächen:
Ein Vorabscheider sitzt zwischen Werkzeug und Sauger. Er holt den größten Teil des Materials aus der Luft, bevor es den Sauger erreicht. Du leerst dann einen großen Behälter, und Beutel und Filter bekommen nur noch den Rest.
Wie schnell das zählt, zeigt ein Beispiel vom Planfräsen:
Eine Seite einer Esstischplatte füllt also einen 30-Liter-Sauger fast eineinhalb Mal. Wie viele Späne bei deinem Projekt anfallen, rechnest du im Späne-Rechner aus. Wie das Planfräsen selbst abläuft, steht in Holzplatten planfräsen.
Alle Vorabscheider nutzen dasselbe: Späne sind schwerer als Luft. Wenn die Luft langsamer wird, umlenkt oder kreist, können die schweren Teilchen nicht folgen und fallen heraus. Die Bauarten unterscheiden sich darin, wie stark sie die Luft dazu bringen.
Der Ausgangspunkt. Alles, was du saugst, landet im Sauger. Das ist einfach, braucht keinen Platz und kostet keine zusätzliche Saugleistung. Für gelegentliches Bohren und Sägen reicht das völlig.
Ein Deckel mit zwei Anschlüssen sitzt auf einem Eimer oder einer Tonne. Die Luft kommt durch ein Rohr oder einen Bogen in den Behälter und muss umkehren, bevor sie durch den zweiten Anschluss zum Sauger zieht. Schwere Späne schaffen die Kurve nicht und fallen in den Behälter. Feines Sägemehl und Schleifstaub sind so leicht, dass ein großer Teil mit der Luft weiterzieht.
Der Trennbehälter ist schnell gebaut und günstig. Er funktioniert am besten, solange der Haufen im Behälter noch weit unter dem Einlassrohr liegt. Wird er zu voll, wirbelt die einströmende Luft die Späne wieder auf.
Diese Bauart ist vor allem als Eigenbau bekannt, oft unter dem Namen Thien-Abscheider, nach dem Amerikaner Phil Thien, der die Idee entwickelt und als Bauanleitung bekannt gemacht hat. Die Luft strömt seitlich in einen flachen Aufsatz und kreist dort über einer Scheibe. Die Scheibe hat am Rand einen bogenförmigen Schlitz. Die Späne werden nach außen geschleudert und fallen durch den Schlitz in den Behälter. Die Luft verlässt den Aufsatz durch ein Rohr in der Mitte.
Der Trick ist die Scheibe selbst: Unter ihr ist die Luft fast ruhig. Was einmal unten liegt, wirbelt kaum wieder auf. Deshalb kannst du den Behälter fast bis unter die Scheibe füllen, und auch ein großer Schwall Späne bringt die Bauart nicht so schnell aus dem Tritt. Bei feinem Staub ist sie besser als eine einfache Umlenkung, kommt aber nicht an einen guten Zyklon heran.
Die Luft strömt tangential in einen Zylinder und kreist im Konus nach unten. Weil der Konus enger wird, kreist sie immer schneller. Die Fliehkraft drückt Späne und Staub an die Wand. Dort rutschen sie nach unten und fallen durch die Öffnung an der Spitze in den Behälter. Die Luft kehrt unten um und steigt in der Mitte durch ein Rohr zum Sauger. Mehr zur Physik steht im Beitrag „Wie funktioniert ein Zyklonabscheider?“.

Die hohe Geschwindigkeit im Konus ist der Grund, warum ein Zyklon auch feineres Sägemehl und Schleifstaub zu einem großen Teil herausholt. Sie hat aber ihren Preis: Der Wirbel kostet Druck, der Konus braucht Höhe, und der Behälter darunter muss dicht sein. Zieht er von unten Luft, bricht die Abscheidung ein. Lange, faserige Hobelspäne können die enge Spitze verstopfen.
Unser Wirbelwerk ist ein Zyklon mit Konus in zwei Stufen. Stufe 1 im Fass holt Späne und groben Staub heraus. Stufe 2 im Kopf holt danach Feinstaub in vier konischen Zyklonen mit gemeinsamer Staubkammer. Im Schleifmodus schließt ein Plättchen im Auslass zwei der vier Zyklone, die Luft dreht dann schneller und holt mehr feinen Schleifstaub heraus.
Eine Filterbox sitzt hinter dem Vorabscheider und vor dem Sauger. In ihr steckt eine Filterpatrone, an der der Feinstaub hängen bleibt, den der Vorabscheider durchlässt. Sie schont den Saugerfilter, kostet aber selbst Druck und muss abgereinigt werden. Für die meisten Werkstätten reicht ein guter Filter im Sauger. Interessant wird eine Filterbox, wenn du sehr viel schleifst.
Wie groß die Kraft wird, lässt sich leicht ausrechnen. Gute Werkstattsauger schaffen rund 250 mbar Unterdruck.
Diese Kraft drückt von außen auf den Deckel, und auf die Wand des Behälters wirkt derselbe Druck. Ein Behälter für den Vorabscheider muss das aushalten, ohne einzufallen.
Holzstaub ist gesundheitsschädlich, Staub von Hartholz wie Eiche und Buche gilt als krebserzeugend (Deutschland: TRGS 906 und TRGS 553, Österreich: Grenzwerteverordnung). Ein Vorabscheider ändert nichts an der Staubklasse deines Saugers: Was er durchlässt, muss der Filter im Sauger halten. Für Holzstaub sollte der Sauger mindestens Staubklasse M haben, mehr dazu in „Staubklassen L, M und H erklärt“. Beim Schleifen gehört zusätzlich eine Staubmaske dazu.
Der Wirbelwerk ist ein zweistufiger Zyklon mit Konus für deinen Werkstattsauger: Stufe 1 im Fass holt Späne und groben Staub, Stufe 2 im Kopf den Feinstaub. Er sitzt auf gängigen Werkzeugkoffer-Systemen wie Systainer T-Loc, Makita Makpac und L-BOXX. Adapter gibt es für gängige Sauger. Für andere Sauger misst du den Außendurchmesser am Saugeranschluss (25–80 mm) und bekommst einen passenden Adapter.
Für feinen Schleifstaub hat er einen eigenen Schleifmodus. Abscheidung im eigenen Test: über 99,6 %.
Wirbelwerk ansehen
Für feinen Staub der Zyklon. Er holt deutlich mehr Sägemehl und Schleifstaub aus der Luft. Ein zweistufiger Zyklon wie unser Wirbelwerk hat für den Feinstaub noch eine eigene zweite Stufe. Für grobe Späne beim Sägen reicht ein Trennbehälter. Er ist günstiger, niedriger und kostet weniger Saugleistung.
Ja, sobald du regelmäßig fräst, hobelst, schleifst oder viel sägst. Die Späne landen im großen Behälter statt im Beutel, und der Filter bleibt länger frei. Wer nur ab und zu ein Loch bohrt, kommt mit dem Beutel aus.
Ja. Ein Trennbehälter ist der einfachste Eigenbau, eine Trennscheibe braucht etwas mehr Sorgfalt. Ein guter Zyklon ist am schwierigsten, weil Konusform und Dichtheit genau stimmen müssen. Nimm in jedem Fall einen Behälter, der dem Unterdruck des Saugers standhält.
Ein Zyklon mit Konus. Er holt von allen Bauarten am meisten feinen Staub heraus. Den allerfeinsten Anteil fängt trotzdem erst der Filter im Sauger. Der Sauger braucht deshalb weiter einen guten Filter.
Meist ja. Was durchkommt, ist der feinste Staub. Ein Beutel fängt ihn, bevor er den Filter zusetzt, und macht das Leeren staubarm. Mit Vorabscheider hält ein Beutel aber viel länger.
Etwas, weil jede Umlenkung, jeder Wirbel und jeder zusätzliche Schlauch Druck kostet. Dafür bleibt der Filter länger frei. Ohne Vorabscheider ist die Saugleistung am Anfang am höchsten und sinkt dann, sobald sich der Filter zusetzt.